QUY NHON

Auf der Reise entlang der Küste bietet sich die Hafenstadt Qui Nhon (auch: Quy Nhon) als Zwischenstopp an. Man kann von der Halbinsel (zwischen Nha Trang und Hoi An) Ausflüge zu Cham-Türmen, der Gedenkstätte in My Lai und ins Hochland unternehmen. Oder auch nur am Strand unter Kokospalmen liegen, den Fischern zusehen und frische Meeresfrüchte verspeisen.

Die Provinz-Hauptstadt Qui Nhon, die auf den alten Cham-Hafen Shri Banoi zurückgeht, liegt etwa 10 km östlich der N 1 auf einer Halbinsel an der Mündung des Song Cai. Eine der großen amerikanischen Militärbasen hat sich hier in den 1960er-Jahren befunden, und noch immer ist die Spitze der Landzunge aus militärischen Gründen gesperrt. Wegen der großen Feuchtigkeit – die Stadt wird oft von Taifunen und starken Regenfällen heimgesucht – sind viele der Häuser moosbcfaüen und wirken ein wenig ungepflegt.

Quy Nhon  von oben

Quy Nhon von oben

Sehenswertes in Qui Nhon

Zentrum der Stadt ist der lebhafte und bunte Lon-Markt, auf dem Obst und Gemüse aus der Region verkauft werden. Nur einige Straßenzüge weiter, zwischen Markt und Stadion, steht in der Tran-Cao-Van-Straße der 300 Jahre alte Long-Khanh-Tempel. Schon von weitem kann man die 17 m hohe Buddha-Statue (1972) sehen, die aus einem Lilienteich ragt. Die Ursprünge des Tempels gehen bis zum Jahre 1700 zurück, doch immer wieder wurde er zum Opfer von Verwüstungen. Das erklärt sein modernes Erscheinungsbild – die letzte Renovierung fand Ende der 1970er-Jahre statt.

Im Norden der Stadt kommt man an einem riesigen Friedhofsgelände vorbei. Es besteht aus einem Soldatenfriedhof sowie buddhistischen und katholischen Gräberfeldern. Wenn man sich ein wenig Zeit nimmt, entdeckt man hier alte und auch relativ neue Grabanlagen, schlichte und aufwändige Steine mit Bildern oder Ornamenten – alle sind bunt bemalt. Die buddhistischen Ruhestätten erkennt man daran, dass sie mit einer Lotosblüte bekrönt sind oder ein Hakenkreuz als Glückssymbol tragen.

Umgebung von Qui Nhon

Viele Relikte der Cham-Kultur sind in der Umgebung Qui Nhons zu finden, denn die einstige Hauptstadt der Cham, Vijaya, entfernt nur 35 km nördlich in der Nähe des Dorfes Dap Da. Nach dem Fall von Indrapura im Jahre 982 hatten die Cham sich hier niedergelassen, und obwohl der Ort immer wieder Angriffen der Khmer und der Vietnamesen ausgesetzt war, konnte er seine Steilung lange behaupten. Erst 1471 konnte Vijaya eingenommen und zerstört werden, die Vietnamesen dehnten ihr Reich weiter aus und drangen in den Süden vor. In der Umgebung der einstigen Hochburg entstanden im 11. und 12. Jahrhundert einige Türme, die nach Materialien (Silber etc.) benannt wurden, was aber nichts mit ihrer einstigen Ausstattung zu tun hat.

Zwillingstürme, Quy Nhon, Binh Dinh

Zwillingstürme, Quy Nhon, Binh Dinh

Am Stadtrand von Qui Nhon (ca. 1 km nördlich des Zentrums) kann man in der Nähe der N 1 die Zwillingstürme von Thap Doi (11. Jh.) entdecken. Im Gegensatz zu den für die Cham-Architektur typischen, meist abgestuften Dächern haben die Türme von Thap Doi geschwungene, ramidentörmige Aufbauten vorzuweisen. An ihren Ecken sitzen Garuda Figuren. Mit Unterstützung der UNESCO könnten die Türme rekonstruiert bzw. restauriert werden.

Eine landschaftlich herrliche Straße (Nr. 19) führt ins Hochtand zum 163 km westlich gelegenen Flecken Pleiku (Plei Ku). Etwa auf der Hälfte der Strecke windet sich die Straße über den An-Khe-Pass und man sollte einen Blick in die Ebene zurückwerfen, wo sich der Fluss Ha Giao bis zur Küste schlängelt.

Die Route passiert den Giang-Pass und viele Dörfer der Bahnar, die noch die traditionellen Gemeinde- Langhäuser aufweisen. Kautschukplantagen, Wälder und Hänge voller Kaffeesträucher weisen den Weg zum Plateau von Pleiku im Zentralen Bergland Vietnams. In diesem dünn besiedelten Gebiet lag einst der Kommandoposten der südvietnamesischen Armee für die gesamte Bergregion. Nicht nur Agent Orange wurde regelmäßig versprüht, auch Bomben fielen hier mehrmals – besonders im Jahre 1972. Heute prägen nüchterne, schmucklose Bauten in einer nebligen, oft verregneten Landschaft das Stadtbild. Lediglich der Markt ist recht interessant, zu dem schon am frühen Morgen die Bewohner der umliegenden Dörfer kommen, um Auberginen, Schalotten, Pastinaken und Knoblauch zu verkaufen. Von Touristen wird Pleiku meist in Verbindung mit Buon Ma Thuot besucht, um das Bergland kennen zu lernen und Siedlungen der Minderheiten (Jarai, Bahnar, Ede) zu besuchen.

Bien Ho

Bien Ho

Auf dem Weg nach Kon Tum liegen einige Dörfer der Jarai. Doch zuerst kommt man nach ca. 14 km zur Bien-Ho-Teefabrik, nach weiteren 1 km an die Yaly-Fälle. Schon hier wird man Jarai begegnen, die in den Reisfeldern und Kautschukplantagen arbeiten oder in riesigen Körben Waren von Dorf zu Dorf transportieren. Vor allem die Trachten der Frauen sind auffällig: sehr farbenfroh und horizontal gestreift. Nur wenige Kilometer von dem Wasserfall entfernt liegen die Dörfer Plei Mrong und Plei Mun mit ihren Langhäusern. Interessant sind auch die geschnitzten Holzstatuen auf ihren Gräberfeldern.

Nahe der Abzweigung (N 19) bei An Nhon (ca. 20 km nördlich von Qui Nhon) tauchen inmitten der hügeligen Landschaft vier reich verzierte Türme (Thap Bac) aus dem 12. Jahrhundert auf. Die so genannten Silbertürme waren eine der ersten Kalan-Gruppen, die – wie später üblich – auf einem Berg errichtet wurden. Von hier oben bietet sich eine wunderbare Aussicht über die Landschaft und die anderen Cham-Türme der Umgebung.

An einer halbmondförmigen Bucht mit goldenem Sand taucht das hübsche Fischerdorf Sa Huynh (etwa 115 km nördlich von Qui Nhon) vor einem auf. Der schöne, paimengesäumte Strand ladt zu einer Rast auf dem Weg nach Gia Lai oder Hoi An ein. ln dem kleinen Hotelrestaurant werden gute Fischgerichte angeboten, zudem gibt es Obst- und Getränkeverkäuter. Wer will, kann mit dem Boot eine Fahrt zu der nahen Insel Genh Nhu machen.

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